„Terror“ im Theater

Das Seminarfach GEWALT erlebt einen spannenden Theaterabend in St. Ingbert.

"Terror", das bekannte Theaterstück von Ferdinand von Schirach, inszeniert ein Gerichtsdrama und war bis vor wenigen Jahren auch noch Pflichtlektüre im Fach Deutsch in der Oberstufe. Es behandelt die Frage, ob ein Kampfpilot, der ein entführtes Passagierflugzeug abschießt, um einen Terroranschlag auf eine vollbesetzte Arena zu verhindern, schuldig ist. Das Publikum fungiert dabei als Geschworene und entscheidet über Schuld oder Unschuld.

Diese Gelegenheit, das hochkarätig besetze Ensemble des Kriminal Theaters Berlin live auf der Bühne zu erleben, ließen sich die Schülerinnen und Schüler des Seminarfachs GEWALT nicht entgehen. Dafür nahmen sie sogar an einem Montagabend den Weg nach St. Ingbert auf sich.

Im zweijährigen Seminarfach erforschen die Schülerinnen und Schüler unter Anleitung von Mathias Bogner die verschiedenen Facetten des Gewaltbegriffs und setzen in ihrer Erarbeitung auch eigene Schwerpunkte. In der 12. Klasse mündet dieses wissenschaftliche Arbeiten in einer Seminararbeit, die in vielen Bereichen bereits universitären Standards genügt.

An diesem Abend stand aber erst einmal der Theaterbesuch selbst im Vordergrund. Ein besonderes Highlight, was durch die interaktive Auslegung des Stück noch ein bisschen besonderer wurde. Am Ende ging es um das Abwägen von Prinzip gegen Moral und die Frage, ob man ein kleineres Übel in Kauf nehmen darf, um ein schlimmeres zu verhindern.

An diesem Abend war sich das Publikum zu über 90% einig und das Urteil war eindeutig: Der Kampfpilot ist unschuldig, aber wie hätten Sie entschieden…?